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Forum Demenz

24.03.2017

Informationen rund um's Forum Demenz, Infos, Downloads zum Fachtag im März 2017

2. Fachtag Demenz für Fachkräfte in der Pflege im Pfalzklinikum

am 22. März 2017 zum Thema "Spurensuche" - Menschen mit Demenz besser verstehen

Download Handout Vortrag "Ich würde Dich so gerne verstehen!"


Download Handout zum Vortrag "Wie Kriegstrauma im Alter nachwirken"


PRESSEMITTEILUNG DES PFALZKLINIKUMS

„Spurensuche – Menschen mit Demenz besser verstehen“
250 Teilnehmer bei zweitem Fachtag Demenz am Pfalzklinikum
Klingenmünster.

„Ich sitze mit Frau D. in ihrem Wintergarten und frage mich, was gerade schief läuft in ihrem Leben. Die früher so ordentliche Wohnung sieht chaotisch aus. Oft will sie noch spät abends etwas besorgen gehen. Die Menschen im Quartier kennen sie und bringen sie nach Hause zurück. Ihre Kinder versuchen so oft es geht da zu sein und schlafen nachts mit dem Handy unterm Kopfkissen. Trotzdem wirft sie ihnen vor, nur ihr Geld zu wollen. Sie misstraut den Kindern.“ So schilderte Dr. Marion Bär, Gerontologin vom Institut für Gerontologie in Heidelberg, Szenen aus dem Leben einer demenzkranken Frau. Das Forum Demenz des Kreises Südliche Weinstraße und der Stadt Landau hatte am 22. März zum zweiten Fachtag Demenz an das Pfalzklinikum eingeladen. Mit über 250 Teilnehmern, die als Fachkräfte in der Pflege arbeiten oder mit dem Thema Demenz zu tun haben, war der Tag gut besucht.

In seinen Grußworten betonte Pfalzklinikum-Geschäftsführer Paul Bomke, wie wichtig es ist, Menschen mit Demenz zu verstehen und auch die Angehörigen mit einzubeziehen. „1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind derzeit an Demenz erkrankt. Daher gibt es nur noch wenige Familien in Deutschland und in Rheinland-Pfalz, die nicht von dem Thema betroffen sind“, sagte der erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Südliche Weinstraße Marcus Ehrgott in seinem Grußwort. Die Koordinatorinnen des Forums Demenz, Heike Neumann und Ulrike Sprengling, stellten die Arbeit des 2010 gegründeten Forums kurz vor. Zur Projektarbeit gehören unter anderem Schulungen für Ehrenamtliche, Zoobesuche für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz und ihre Begleiter und jährliche Kinovorführungen am Welt-Alzheimertag am 21. September. Durch das Programm des Fachtages Demenz führten Rita Becker-Scharwatz vom Pfalzklinikum und Gerda Schäfer von der Ökumenischen Sozialstation Annweiler – Bad Bergzabern.

„Bei Demenz handelt es sich um eine Lebensabend-Krankheit. Etwa zehn Prozent der 80-Jährigen sind davon betroffen, bei den über 90-Jährigen sogar jeder Dritte“, erläuterte Dr. Markus Fani, Chefarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie des Pfalzklinikums in seinem Vortrag. „Da die Krankheit im Gehirn abläuft, ist das Zusammenspiel vieler Systeme wie Wahrnehmung, Affekt und Sozialverhalten betroffen. Die drei Stadien sind Vergesslichkeit, Verwirrtheit und Hilflosigkeit. Bisher gibt es noch keine Heilung, aber Medikamente, die den Verlauf stoppen. Eine frühe Therapie ist hier ein großer Zugewinn“, so Fani.

„Sich verloren fühlen, immer wieder an Grenzen kommen. Was vorher einfach war, wird plötzlich anstrengend“, so beschrieb Dr. Marion Bär in ihrem Vortrag die Gefühle von Betroffenen. Sie betonte, dass Äußerungen und Verhaltensweisen von Demenzkranken einen Sinn und eine Geltung haben, auch wenn sie von der objektiven Realität abweichen. „Für Pflegepersonen und Angehörige ist es nicht notwendig, alles immer sofort zu verstehen, was jetzt gerade ist“, so Marion Bär, die für eine verstehende Diagnostik und eine gemeinsame Suche nach Lösungen plädierte. „Wertschätzung, Vertrautheit, Verlässlichkeit und ein angepasstes Tempo geben Menschen mit Demenz Halt. Man sollte auch die Person jenseits der Demenz sehen und Begegnungen und Momente schaffen, in denen die Krankheit bedeutungslos wird. Betroffene haben häufig noch emotionale Bindungen zu Angehörigen, Dingen, Aufgaben und Erinnerungen. Hier kann man positive Alltagssituationen schaffen, etwa, wenn Kinder zu Besuch kommen oder ein altes Foto Erinnerungen hervorruft. Das können dann Lichtblicke des Tages für den Betroffenen sein.“

Dass hinter scheinbar unerklärlichen Verhaltensweisen auch Kriegstraumata stecken können, erklärte der Diplompädagoge und Gesundheitswissenschaftler Dr. Udo Baer. Dazu lieferte er anschauliche Beispiele. Eine ältere Frau in einem Pflegeheim bekam Panik bei Gewitter, weil sich der Donner anhörte wie der Artilleriebeschuss im Zweiten Weltkrieg. „Die Betroffene erlebt die Situation dann so, als würde der Beschuss jetzt stattfinden. Das kognitive Gedächtnis ist nicht mehr zugänglich, aber das Traumagedächtnis funktioniert noch gut. Schwierig wird es dann, wenn eine Pflegekraft zu der Frau sagt, das Gewitter sei doch gar nicht schlimm“, so Dr. Udo Baer. Auch Menschen, die unruhig hin und her wandern, können von Kriegstraumata betroffen sein. „Diese sollte man dann eher mal fragen, wovor sie weglaufen, etwa vor Soldaten, die sie immer noch vor sich sehen.“ Manche Menschen möchten sich auch abends nicht ausziehen lassen und am liebsten in ihren Kleidern schlafen, weil sie nachts Bombenalarme erlebt haben. „Wenn plötzlich eine heftige emotionale Reaktion in einer Alltagssituation kommt, könnte ein Kriegstrauma dahinter stecken“, berichtete Dr. Udo Baer. Er rät Fachkräften, die mit dem Thema Demenz zu tun haben, das Verhalten der Betroffenen zu verstehen und ihnen zuzuhören. „Da fast alle traumatisierten Menschen in ihrem Selbstwertgefühl beeinträchtigt sind, haben wir Stärkungs- und Wertschätzungsgruppen ins Leben gerufen, die auch viel Anklang fanden. Außerdem haben wir die Frage gestellt, was sie bei Kriegsende getröstet hat. Heraus kam, dass sich die Menschen in dieser Zeit sehr allein fühlten, weil sie das Erlebte nicht erzählen konnten oder durften. Viele von ihnen konnten später auch ihre Kinder nicht trösten, weil sie selbst nicht getröstet waren.“ Laut dem Gesundheitswissenschaftler sind einfache Dinge im Alltag wichtig, wie etwa den Menschen nicht allein lassen oder seine Hand halten.

Theorie und praktische Unterweisungen zum Umgang mit Herausforderung bei Menschen mit Demenz gab es nach der Mittagspause. Uwe Pester von Prodema ging auf Besonderheiten in der verbalen Deeskalation ein. Der nächste Fachtag Demenz steht in zwei Jahren an. Bereits in seinen Grußworten betonte Paul Bomke die südpfälzische Gastfreundschaft und sagte: „Gerne wieder am Pfalzklinikum.“

Tiere erleben im Landauer Zoo - ein Angebot vom Forum Demenz

Angebot vom Forum Demenz

Erfolgreiche Schulung im Umgang mit Demenz

Die Schulung des Forums Demenz Landkreis Südliche Weinstraße/Stadt Landau für interessierte Bürgerinnen und Bürger zum Thema „Umgang mit demenzkranken Menschen für Ehrenamtliche in der Seniorenarbeit“ in Hochstadt ging erfolgreich zu Ende. Dipl. Pflegepädagogin und Dipl. Gerontologin Rita Becker-Scharwatz führte in das Thema ein und machte deutlich, dass frühe Anzeichen einer Demenz schwer von normalen Alterserscheinungen zu unterscheiden sind und dass Demenz eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft ist.

Die Sicherstellung der Diagnose ist einer der ersten Schritte für Betroffene und Angehörige und wichtige Voraussetzung für den späteren Umgang. „Der Schlüssel für viele Verhaltensweisen liegt in der Biografie verborgen“, betonte Becker-Scharwatz. In einem lebhaften Vortrag informierte sie über das Krankheitsbild, Formen der Demenz, Diagnostik und Symptome. Dass für die Betroffenen eine eigenständige Lebensführung immer schwieriger wird, zeigte sich beim Betrachten der Stadien und der Beschreibung vom Verlauf der Alzheimer Demenz.

Im zweiten Modul der Schulungsreihe erarbeiteten Susanne Hassinger (Sozialdienst Diakoniezentrum Bethesda) und Gerda Schäfer (Residenzberatung Pro Seniore Residenz Bad Bergzabern) mit den Teilnehmern die praxisbezogene Form der Kommunikation und den besonderen Umgang von Menschen mit Demenz. „Im täglichen Umgang mit diesen Menschen erleben wir häufig, dass die Betroffenen zum Schutz ihrer Lebenskontinuität und Würde unterschiedliche Strategien und Tricks entwickeln, um mit der eigenen Veränderung umzugehen“, so Susanne Hassinger. Nach einer Einführung in das Konzept der Validation und der integrativen Validation erklärte Hassinger sehr praxisbezogen auffällige Verhaltensweisen und erläuterte, dass Menschen mit Demenz zu Fehlinterpretationen neigen und deshalb auch zu Fehlreaktionen. Das kann zu ungerechtfertigten Beschuldigungen führen, die für Mitmenschen oft schwer zu verkraften sind. In vielen praktischen Beispielen erhielten die Teilnehmer Antworten auf die Fragen, wie sich Begegnungen mit Menschen mit Demenz gut gestalten lassen.

Rund 80 Prozent der an Demenz erkrankten Menschen werden derzeit zu Hause durch Angehörige gepflegt. Mit großem Engagement nehmen sie sich der Betreuung ihrer erkrankten Ehepartner, Eltern oder Großeltern an. Dies bedeutet eine starke Belastung für die Angehörigen, aber auch unschätzbaren Gewinn für die Betroffenen und die gesamte Gesellschaft. Die Pflegenden müssen dabei immer darauf achten, dass Sie sich nicht überfordern und überlasten. Zum Thema „Entlastung für Angehörige und Beschäftigungsangebote“ referierten Katharina Wernet-Boos (Tagesbetreuung der Ökumenischen Sozialstation Herxheim) und Brunhild Müller (Sozialdienst Pfalzklinikum). Denn eine Demenz verändert nicht nur die Lebenssituation des Betroffenen sondern auch die seiner Familie und Freunde. Hier ist es wichtig, rechtzeitig die angebotenen Entlastungsmöglichkeiten zu nutzen. Aus der Vielzahl der Angebote das Passende für die persönliche Situation herauszufinden, ist keine leichte Aufgabe. Mitarbeiter der Pflegestützpunkte (PSP) geben hier kompetente Beratung und Orientierungshilfe. Ute Wilhelm vom Pflegestützpunkt Edenkoben-Herxheim-Offenbach stellte zu Beginn der dritten Schulungsreihe ihre Arbeit vor und betonte, dass die Beratung persönlich, vertraulich, trägerneutral und kostenfrei ist. In allen Pflegestützpunkten gibt es Informationen über wichtige, medizinische und pflegerische Angebote, Alltagshilfen und aktuelle Versorgungsangebote in der Region.

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe erhielt jeder Teilnehmer von
Heike Neumann (Kreisverwaltung Südliche Weinstraße und Koordinatorin von Forum Demenz, gemeinsam mit Ulrike Sprengling, Seniorenbeauftragte Stadt Landau) ein Zertifikat. Die positive Rückmeldung der Teilnehmer zeigte, dass die Schulung ein wichtiger Baustein im Umgang von Menschen mit Demenz ist. Aufklärung und Sensibilisierung ist erforderlich, damit Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen selbstverständlich am Leben in der Gemeinschaft teilhaben können. Was sich alle Menschen wünschen, ist auch für Menschen mit Demenz wichtig: Respektvoller Umgang, Wertschätzung und Anerkennung. Alle können dazu beitragen, den Menschen mit Demenz mit Verständnis zu begegnen und ihre Angehörigen auch im Rahmen eines sozialen Engagements zu unterstützen.

Das Forum Demenz Landkreis Südliche Weinstraße/Stadt Landau bietet in Kooperation mit ehrenamtlichen Seniorenangeboten, wie etwa Nachbarschaftshilfen oder Seniorenbüros, Schulungen an. Interessierte können sich an die Kreisverwaltung Südliche Weinstraße, Amt für Gesundheit und Soziales, Heike Neumann, Tel.: 06341/ 940 616, E-Mail wenden.

Erste interne Fortbildung für Mitglieder des Forum Demenz Landkreis SÜW/Stadt LD zum Thema „Trauma und Demenz“

Das Forum Demenz ist eine Arbeitsgruppe der regionalen Pflegekonferenzen des Landkreises Südliche Weinstraße und der Stadt Landau in der Pfalz.


Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sind im Wesentlichen beruflich mit der Pflege, Versorgung und Beratung demenzkranker Menschen und ihren Angehörigen betraut. Darüber hinaus kooperieren das Forum Demenz mit interessierten Partnern. Moderiert und koordiniert wird die Netzwerkarbeit von jeweils einer Mitarbeiterin des Landkreises Südliche Weinstraße und der Stadt Landau. Aktuell sind dies Heike Neumann und Ulrike Sprengling. Die Netzwerkmitglieder treffen sich regelmäßig, mindestens 4x im Jahr im Plenum. Auf dieser Basis werden Projekte (z.B. Demenzwegweiser, Fachtag Demenz, Schulungen für Ehrenamtliche in der Seniorenarbeit, Zooprojekt) entwickelt, in themenbezogenen Arbeitsgruppen organisiert und umgesetzt.

2015 erarbeitete das Netzwerk mit Unterstützung der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz ein gemeinsames Leitbild. Einer von insgesamt zehn Leitsätzen lautet:
Wir im Forum Demenz leisten qualifizierte Arbeit!
Mit dem Tagesseminar „Werkstatt Trauma und Demenz“ fand am 28. September 2016 ein erster wichtiger Umsetzungsschritt zu diesem Leitsatz statt. Die Netzwerkmitglieder trafen sich in den „Lebensräumen für Jung und Alt“ in Maikammer, um mit Gitta Alandt vom Institut für Gerontopsychiatrie in Duisburg an diesem Thema zu arbeiten.

Durch Erfahrungen des Krieges und der Nachkriegszeit, durch Erfahrungen von Gewalt, auch sexueller Gewalt oder durch andere Schrecken sind viele ältere Menschen, mit denen u.a. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Altenhilfe zu tun haben, traumatisiert. Die Trauma-Folgen sind unsichtbare Regisseure hinter dem Verhalten alter Menschen, das oft unerklärlich scheint. Fr. Alandt vermittelte das Wissen, um solche Phänomene zu verstehen, sie in posttraumatische Prozesse einzuordnen und wie ihnen adäquat begegnet werden kann.
Die Mitglieder des Forums waren sehr beeindruckt und bewegt. Sie können die Kenntnisse gut in ihrer praktischen Arbeit anwenden.

Landau, den 18.10.2016
Heike Neumann und Ulrike Sprengling
Koordinatorinnen des Netzwerkes Forum Demenz Landkreis Südliche Weinstraße und Stadt Landau

Neuauflage des Demenzwegweisers – ab sofort erhältlich

Das „Forum Demenz SÜW/LD“, ein Zusammenschluss der regionalen Pflegekonferenzen des Landkreises Südliche Weinstraße und der Stadt Landau, hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich besonders um die Belange von demenzkranken Menschen und ihrer Angehörigen zu kümmern. Alle Mitglieder des Forums arbeiten in Bereichen, die in der Region mit der Versorgung von demenzkranken Menschen betraut sind. Gemeinsam hat das Forum Demenz den erstmals 2011 erschienenen Demenzwegweiser überarbeitet und aktualisiert. Er soll sowohl Betroffenen als auch Angehörigen unter anderem einen Überblick über die vorhandenen ambulanten, teilstationären sowie vollstationären Angebote in der Region bieten.

„Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr die Neuauflage des Demenzwegweisers realisieren konnten. Das Thema Demenz hat in den vergangenen Jahren mehr und mehr Aufmerksamkeit in der Gesellschaft erhalten. Mit dem Demenzwegweiser möchten wir die Erkrankung noch weiter enttabuisieren sowie den Betroffenen und Angehörigen einen Überblick über die verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten, sei es im Bereich der Betreuung oder auch in finanzieller Hinsicht, an die Hand geben“, so Bürgermeister Thomas Hirsch. Die Landrätin des Landkreises Südliche Weinstraße, Theresia Riedmaier ergänzt: „Der Demenzwegweiser ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung. Aber er zeigt den Betroffenen und Angehörigen wo sie Beratungsstellen finden und Unterstützung erhalten können. Das Ziel des Wegweisers ist in erster Linie, die Menschen aus der Verborgenheit zu holen, über das komplexe Krankheitsbild zu informieren und eine erste, schnelle Hilfeleistung zu gewährleisten.“ Riedmaier und Hirsch betonten vor allem auch die gute Kooperation von Stadt und Landkreis, die sich besonders in der vorbildlichen Zusammenarbeit des Forum Demenz widerspiegelt.

Joachim Vogel vom Pflegestützpunkt Annweiler/Bad Bergzabern und Mitglied im Forum Demenz wies darauf hin, dass viele Betroffene und Angehörige vor allem auch im Bereich der Finanzierung noch nicht ausreichend über die verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten informiert seien. „Das Anfang 2015 in-Kraft-getretene Pflegestärkungsgesetz 1 beinhaltet eine deutliche Verbesserung der finanziellen Unterstützung für demenzkranke Menschen. Zum einen wird mehr Geld in der Tagespflege zur Verfügung gestellt, zum anderen die Zuschüsse für Umbaumaßnahmen in den eigenen vier Wänden erhöht. Den Pflegebedürftigen soll so ermöglicht werden, so lange wie möglich zu Hause zu leben. Auch im Bereich Betreuungs- und Entlastungsleistungen gibt es Verbesserungen. Seit dem 1. Januar 2015 haben alle Menschen mit einer Pflegestufe Anspruch auf diese Leistungen.“ Aber auch Vogel unterstrich, dass eine persönliche Beratung unerlässlich sei, um für jeden Betroffenen die optimale Unterstützung zu gewährleisten.

Doch nicht nur der finanzielle Aspekt wird im Demenzwegweiser behandelt. Jedes Kapitel enthält wichtige Informationen und hilfreiche Hinweise. So werden beispielsweise auch die Projekte des Forum Demenz, wie „Tiere erleben im Zoo“, ein ganz besonderes emotionales Erlebnis für Betroffene und Angehörige, vorgestellt sowie Vorsorgemöglichkeiten erläutert.

„Die Nachfrage nach dem Demenzwegweiser ist groß. Die letzte Auflage war komplett vergriffen“, so Heike Neumann, zuständige Mitarbeiterin in der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße und die städtische Seniorenbeauftragte, Ulrike Sprengling. „Auch der neue Wegweiser ist kostenlos bei der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße sowie der Stadt Landau erhältlich und wird zum Download auf den Homepages www.landau.de/demenzwegweiser und www.suedliche-weinstrasse.de (Bürgerservice, Bestellservice) zur Verfügung stehen.“ Finanziert wurde die Neuauflage des Demenzwegweisers über eine Spende der Sparkasse SÜW, Fördermittel der Landeszentrale für Gesundheitsförderung Rheinland-Pfalz, Einnahmen aus Veranstaltungen des Forum Demenz sowie durch die Stadt Landau und die Kreisverwaltung Südliche Weinstraße.

Demenzwegweiser - Auflage 2015

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