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Schulsporthallen in Trägerschaft des Landkreises: Sofortmaßnahmen wegen erhöhter Legionellenwerte

07.02.2019

Die Dusch- und Waschräume der Gymnastikhalle im Staufer-Schulzentrum Annweiler müssen geschlossen werden. Zudem wird in der Dreifeldsporthalle im Staufer-Schulzentrum Annweiler, der Gymnastikhalle und der Dreifeldsporthalle im Alfred-Grosser-Schulzentrum Bad Bergzabern, der kleinen Sporthalle und der Dreifeldsporthalle im Pamina-Schulzentrum Herxheim das Warmwasser komplett abgestellt.

Grund für die Sofortmaßnahmen sind erhöhte Legionellenwerte, die das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße bei Routineüberprüfungen festgestellt hat. „Es geht uns um die Gesundheit unserer Schülerinnen und Schüler, der Sportlerinnen und Sportler, weshalb wir zu diesen drastischen Maßnahmen greifen müssen. Legionellen sind Bakterien und können auch schwere Krankheitsbilder verursachen. Zum Schutz der Hallennutzer müssen wir die Nassräume in der Gymnastikhalle in Annweiler ganz schließen“, erklärt Landrat Dietmar Seefeldt.

Die betroffenen Schulen, Vereine und Bürgermeister wurden gestern über die Untersuchungsergebnisse und die ab heute folgenden Maßnahmen informiert.
Im Rahmen der stattfindenden Trinkwasseruntersuchungen wurden Legionellenwerte über bzw. an der Grenze der zulässigen Höhe festgestellt. Die Verantwortlichen des Gesundheitsamtes sowie der Bauabteilung dazu: „Es müssen an allen betroffenen Gebäuden vor allem an der Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik bauliche Änderungen vorgenommen werden. Anders wird die Problematik nicht in den Griff zu bekommen sein. Bis dahin gibt es aus gesundheitlichen Aspekten keine andere Möglichkeit, als kurzfristig die Schließung der Nassräume bzw. das Abstellen des Warmwassers.“
Untersucht wurde das Trinkwasser in allen kreiseigenen Sporthallen, nicht betroffen ist die 2006 errichtete Sporthalle am Gymnasium Edenkoben. In den beiden anderen sanierungsbedürftigen Sporthallen am Schulstandort Edenkoben (Dreifeldsporthalle in der Weinstraße und Zweifeldsporthalle in der Luitpoldstraße) werden in den nächsten Wochen durch das Gesundheitsamt Trinkwasseruntersuchungen hinsichtlich Kalt- und Warmwasser durchgeführt.

„Nachdem die Ergebnisse der Trinkwasserproben vorlagen, habe ich unsere Sporthallen von den Fachleuten in der Verwaltung komplett überprüfen lassen. Dabei traten leider weitere Mängel im Bereich der Lüftungs- und Heizungstechnik zu Tage, deren Ursache hauptsächlich im hohen Alter der Hallen liegt. In der Konsequenz wird der Kreis die betroffenen Hallen in den nächsten Jahren generalsanieren müssen“, so Seefeldt. Als erstes wird für die Sporthallen im Pamina-Schulzentrum Herxheim eine Vorplanung für eine Generalsanierung erstellt. Entsprechende finanzielle Mittel sind bereits im Haushalt für 2019 eingestellt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse können dann auch für alle anderen Hallen verwendet werden. Parallel dazu soll in Absprache mit den Schulen im Kreisausschuss eine Prioritätenliste aufgestellt werden, die festlegt, in welcher Reihenfolge die Sanierung der Sporthallen erfolgen wird. Insgesamt kommt auf den Kreis voraussichtlich ein zweistelliger Millionenbetrag für die Sanierung der Hallen zu.

„Für die Sportlerinnen und Sportler tut es mir wirklich leid. Ich weiß aus eigener Erfahrung wie es ist, wenn man nach dem Sport nur kalt oder gar nicht duschen kann. Aber es wäre unverantwortlich, die Warmwassernetze weiter zu betreiben. Ziel ist es nun, mit den überfälligen Generalsanierungen die Rahmenbedingungen für alle Sporttreibenden im Landkreis wieder auf vernünftige und gesunde Beine zu stellen“, betont Seefeldt.

Hintergrund
Legionellen sind Bakterien, die beim Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen können, von grippeartigen Beschwerden bis zu Lungenentzündungen.
Sie sind weltweit verbreitete Umweltkeime, die in geringer Anzahl natürlicher Bestandteil von Oberflächengewässern und Grundwasser sind. Gefährdet sind vor allem Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr, Senioren oder Raucher.
Legionellen vermehren sich am besten bei Temperaturen zwischen 25 °C und
45 °C in stehendem Wasser. Oberhalb von 60 °C werden sie meistens abgetötet und unterhalb von 20 °C vermehren sie sich kaum noch. Besonders in künstlichen Wassersystemen mit geringem Durchfluss, wie Wasserleitungen in Gebäuden, finden die Erreger bei entsprechenden Temperaturen gute Wachstumsbedingungen. In Ablagerungen und Belägen des Rohrsystems können sich die Legionellen besonders gut vermehren.
Informationen zum Thema Legionellen sind unter www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/legionellen/ und www.rki.de/Legionellen zu finden. Darüber hinaus steht das Gesundheitsamt Landau-Südliche Weinstraße bei Fragen unter der Telefonnummer 06341-940 606 zur Verfügung.

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