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„Weinregion für Weinregion – Südpfalz hilft dem Ahrtal“: Seefeldt, Brechtel, Hirsch und Jung nach Vor-Ort-Besuch: „Menschen im Ahrtal dürfen nicht vergessen werden“ – Dank für großzügige Spende der Michael Englert Stiftung

10.01.2022

„Es sind bedrückende Bilder und Erlebnisse, mit denen wir nach Hause kommen. Dabei können wir nur noch erahnen, wie es im Ahrtal vor knapp einem halben Jahr ausgesehen hat“, so die Landräte Dietmar Seefeldt (SÜW), Dr. Fritz Brechtel (GER), Landaus Oberbürgermeister Thomas Hirsch und der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Südpfalz, Bernd Jung, „Aber wir haben auch Eindrücke mitgenommen, die für Hoffnung und Zuversicht, für Aufbruch und Schaffenskraft stehen. Die Aufräumarbeiten gehen voran, Stück für Stück wird die Infrastruktur wieder hergestellt.“

Die Verwaltungschefs Dietmar Seefeldt, Thomas Hirsch und Dr. Fritz Brechtel waren gemeinsam mit Bernd Jung zu Besuch im Ahrtal (von links). Quelle: Bernd Wichmann
Die Verwaltungschefs Dietmar Seefeldt, Thomas Hirsch und Dr. Fritz Brechtel waren gemeinsam mit Bernd Jung zu Besuch im Ahrtal (von links). Quelle: Bernd Wichmann
Bernd Jung (3. v. links), Dietmar Seefeldt (5. v. links), Dr. Fritz Brechtel (4. v. rechts) und Thomas Hirsch (3. v. rechts) waren zu Besuch im Ahrtal, um in direkten Gesprächen weitere Unterstützungsmöglichkeiten auszuloten. Quelle: Bernd Wichmannzoom
Bernd Jung (3. v. links), Dietmar Seefeldt (5. v. links), Dr. Fritz Brechtel (4. v. rechts) und Thomas Hirsch (3. v. rechts) waren zu Besuch im Ahrtal, um in direkten Gesprächen weitere Unterstützungsmöglichkeiten auszuloten. Quelle: Bernd Wichmann

Die Verwaltungschefs waren gemeinsam mit Bernd Jung zu Besuch im Ahrtal, um in direkten Gesprächen weitere Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen des Spendenprojekts „Weinregion für Weinregion – Südpfalz hilft dem Ahrtal“ auszuloten. Dafür trafen sie sich u.a. mit dem Ersten Kreisbeigeordneten des Landkreises Bad Neuenahr-Ahrweiler, Horst Gies, und den dort eingesetzten Koordinatoren aus der Südpfalz. Zudem haben sie offiziell die Rebscheren, die im Rahmen der Spendenaktion angeschafft wurden, an Winzerinnen und Winzer übergeben. „Die Menschen im Ahrtal dürfen trotz aller bürokratischer Hürden nicht vergessen werden, das hat der Besuch im Ahrtal noch mal mehr als deutlich gemacht“, betonen die Verantwortlichen der Spendenaktion. „Es gibt Gemeinden wie Marienthal, Dernau, Rech und Altenahr, die noch immer von Teilen der Infrastruktur abgeschnitten sind. Vor Ort wird weiterhin jede Hilfe benötigt. Unser Dank gilt deshalb einmal mehr den südpfälzischen Bürgerinnen und Bürgern, die sich solidarisch zeigen und die Menschen und das Spendenprojekt unterstützen“, so Seefeldt, Brechtel, Hirsch und Jung, die betonen, dass jede Spende vor Ort ankomme. Weitere Unterstützungsmöglichkeiten würden derzeit eruiert, dazu sei es wichtig gewesen, sich selbst vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.

Inzwischen sind mehr als 550.000 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen. Die Verantwortlichen der Spendenaktion danken insbesondere der MICHAEL ENGLERT Stiftung aus Kuhardt, die eine großzügige Spende in Höhe von 50.000 Euro geleistet hat.

Die 2017 gegründete MICHAEL ENGLERT Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinnützige Arbeit in der Region breit gefächert zu unterstützen. Insbesondere die Förderung von Wissenschaft und Bildung zählen zu den primären Förderzielen der Stiftung. Aber auch über die Kreisgrenzen hinweg leistet die MICHAEL ENGLERT Stiftung Hilfe: „Die Unterstützung der Menschen im Ahrtal war uns unter diesen besonderen Umständen eine Herzensangelegenheit. Die Bilder der verheerenden Auswirkungen der Unwetterkatastrophe sind uns sehr nahe gegangen, weshalb wir mit unserer Spende dort ansetzen wollten, wo die Hilfe möglichst vielen Menschen zugutekommt“, so Sabrina Englert, Stiftungsvorstand.

Das Spendenkonto ist zunächst noch bis 31. März 2022 geöffnet.
Die Spendenaktion „Weinregion für Weinregion – Südpfalz hilft dem Ahrtal“ hat bisher rund 20.000 Euro für einen Hilfsgütertransport des Projekts Wiederaufbauhilfe des DLRG-Bundesverbandes e.V. in Kooperation mit dem DLRG-Landesverband Rheinland-Pfalz e.V., den DLRG-Gliederungen in Rheinland-Pfalz sowie den DRK-Kreisverbänden Germersheim, Landau und Südliche Weinstraße mit Unterstützung der Firma Hornbach Baumarkt AG eingesetzt. Rund 70.000 Euro wurden für Material und den Einbau von Heizkörpern und Wohnbarmachung von Wohnungen weitergeleitet. Außerdem unterstützte die Initiative mit 15.000 Euro den Wiederaufbau der Jugendherberge Bad Neuenahr-Ahrweiler. Rund 5.000 Euro wurde für Material des Helfer-Stabs RLP zum Zwecke der allgemeinen Versorgung weitergeleitet und 50.000 Euro sind in die „Barriquefass-Aktion“ für Weingüter an der Ahr geflossen. Für das Hilfsprojekt zur Beschaffung von Akkurebscheren für Winzerinnen und Winzer wurden 70.000 Euro eingesetzt. Die Mittelvergabe erfolgt in gemeinsamer Abstimmung der südpfälzischen Verwaltungsspitzen, dem Sparkassenvorstand und der Geschäftsführung der Veranstaltungsgesellschaft Landau-Südliche Weinstraße.

 
Spenden sind weiterhin möglich unter dem Kennwort
„Katastrophenhilfe Hochwasser“ auf das Konto der Sparkasse Südpfalz, IBAN: DE87 5485 0010 1700 2446 66, BIC: SOLA DES1 SUW.
Empfänger ist der Landkreis Südliche Weinstraße.


Das rheinland-pfälzische Ministerium der Finanzen hat Hilfsmaßnahmen im steuerlichen Bereich eingeleitet, um den Geschädigten entgegenzukommen. Auch für Spenden und Spendenaktionen sieht das Finanzministerium steuerliche Erleichterungen vor, die verlängert werden. So genügt unter anderem als Nachweis für Zuwendungen, die bis zum 31. März 2022 zur Hilfe in Katastrophenfällen auf ein für den Katastrophenfall eingerichtetes Sonderkonto eingezahlt werden, der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung eines Kreditinstitutes. Eine gesonderte Spendenbescheinigung ist damit nicht erforderlich, kann aber auf Wunsch ausgestellt werden. 


Hintergrund: In Zusammenarbeit mit Thomas Knecht und Ingo Pfalzgraf sowie der Firma Wittmer in Kirrweiler und der Firma Felco wurden über die Spendenaktion rund 100 Rebscheren beschafft, davon 50 Akkurebscheren, die nun offiziell im Ahrtal übergeben wurden. Thomas Knecht und Ingo Pfalzgraf, die durch diverse Hilfsaktionen zahlreiche Kontakte ins Ahrtal haben und dort regelmäßig und vielfältig unterstützen, haben den Bedarf an Hilfsgütern bei den Weingütern im Ahrtal ermittelt und ausgewertet. Im Ergebnis fehlten bei nahezu allen Weinbaubetrieben im Ahrtal entsprechende Rebscheren.

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