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Spielen und erholen unterm Blätterdach – Landrat Seefeldt stiftet Schattenspender für Kinderhaus in Billigheim-Ingenheim

25.11.2022

Bäume gelten allgemein als Symbole für Leben und Wachstum. Wenn aber ein alter Baum im Zuge einer Baumaßnahme unweigerlich entfernt werden muss, ist dies kein erfreulicher Vorgang. Auch beim Neubau des Kinderhauses der Villa Maria in Billigheim-Ingenheim war zur Schaffung eines barrierefreien Zugangs eine Umgestaltung im Außenbereich erforderlich, bei der insbesondere ein alter Obstbaum weichen musste. Schon beim Richtfest des neuen Gebäudes im Jahr 2019 hatte daher Landrat Dietmar Seefeldt zugesagt, einen neuen Baum für die Gestaltung des Spiel- und Außenbereichs zur Verfügung zu stellen. Nun wurde die Baumspende übergeben.

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Therapieverbundes Ludwigsmühle Dr. Dirk Kratz, der Bereichsleiterin der Fachklinik Villa Maria Petra Denzer sowie der Leiterin des Kinderhauses Clara Müller-Lippert setzten Landrat Dietmar Seefeldt, Jugendamtsleiterin Hannelore Schlageter und Erster Kreisbeigeordneter Georg Kern den symbolischen Spatenstich zur Anpflanzung des Baumes. Es handelt sich dabei um eine circa sieben Meter hohe Hainbuche, die als regionaltypischer Baum mit einem hohen ökologischen Wert sowie guter Beständigkeit im Hinblick auf Einflüsse des Klimawandels eingestuft wird.

 
In der Fachklinik Villa Maria werden drogenabhängige Eltern zusammen mit ihren Kindern behandelt. Zu den Behandlungsschwerpunkten zählen insbesondere die Stärkung des emotionalen Grundvertrauens und basale Sinneserfahrung. Natur und Landschaft, welche die Einrichtung umgeben, schaffen dabei einen Rahmen, der den Kindern, aber auch den Eltern, Möglichkeiten zur Erholung und zur Selbsterfahrung bieten.
„Mich würde es sehr freuen, wenn sich der nun gepflanzte Baum an diesem Standort zu einem guten Schattenspender entwickelt, damit Eltern und Kinder unter ihm Erholung finden“, äußert sich Landrat Seefeldt. Daneben wies er auf die Funktion dieser heimischen Baumart als Aufenthaltsort für die Insekten- und Vogelwelt hin.

 
„Wir freuen uns sehr und sind dankbar für diese besondere Spende. Die Kinder haben den Baum bereits mit bunten Bändern verziert und damit in das Umfeld des Spielbereichs der Therapieeinrichtung aufgenommen“, führte Dr. Kratz aus. Die Leiterin des Jugendamtes Südliche Weinstrasse, Hannelore Schlageter, zeigte wesentliche Aspekte der Zusammenarbeit auf, die während der Reha-Maßnahmen von Eltern oder Elternteilen im Zusammenwirken mit den Therapeutinnen und Therapeuten sowie den Betreuungspersonen des Kinderhauses der Villa Maria von hoher Bedeutung sind. Die Leiterin des Kinderhauses, Clara Müller-Lippert, führte durch das neue errichtete Gebäude und vermittelte dabei einen Eindruck über die Möglichkeiten sowie Rahmenbedingungen, die beim Aufenthalt von Kindern während der Reha-Maßnahme der Eltern nunmehr vorhanden sind.
Zum Abschluss des informativen Besuchs in der neuen Einrichtung bedankte sich der für das Jugendamt zuständige Erste Kreisbeigeordnete Georg Kern bei den Vertreterinnen und dem Geschäftsführer der Therapieeinrichtung für die gute Zusammenarbeit. „Nicht nur im Sinne der Rehabilitation von erkrankten Eltern, auch im Hinblick auf die Prävention vor Suchterkrankungen ist der Therapieverbund Ludwigsmühle ein sehr wichtiger Partner für das Jugendamt des Landkreises“, stellte Georg Kern heraus.

 
Zum Hintergrund: Abhängigkeit gilt heute als psychische Erkrankung. Dennoch haben suchtkranke Menschen oft mit Stigmatisierung zu kämpfen. Negative Zuschreibungen helfen den Betroffenen und ihrem seelischen Leid nicht, sie verstärken zumeist Scham- und Schuldgefühle, unter denen viele Erkrankte leiden, und erschweren es, sich Hilfe zu suchen. Ohne Hilfe ist der Weg aus der Abhängigkeit kaum zu schaffen. Der Therapieverbund Ludwigsmühle bietet im Verbund seiner Einrichtungen in Rheinland-Pfalz Hilfen für suchtgefährdete, suchtkranke und im weiteren Sinne von Sucht betroffene Menschen und deren Angehörige an. Ihm gehört ein innovatives Netzwerk von Suchtfachkliniken, Suchtberatungsstellen, betreuten Wohngruppen und Adaptionen sowie vielfältigen Nachsorgeangeboten an.
Die Fachklinik Villa Maria in Billigheim-Ingenheim mit dem angeschlossenen Kinderhaus ist eine Einrichtung zur stationären medizinischen Rehabilitation für drogenabhängige Eltern und Alleinerziehende zusammen mit ihren Kindern. Sie werden hier gemeinsam behandelt. Die Eltern lernen, ein selbstbestimmtes, drogenfreies Leben zu führen und sich um ihre Kinder zu kümmern. Die Kinder können wieder „Kinder sein“, während die Beziehung zu ihren Eltern gestärkt wird. Die Villa Maria verfügt über 18 Behandlungsplätze für Erwachsene und 20 Plätze für Kinder. Weitere Informationen: https://www.ludwigsmuehle.de/angebote/fachkliniken/villamaria/

Der Baum steht! Von links: Der Geschäftsführer des Therapieverbundes, Dr. Dirk Kratz, Leiterin des Kinderhauses Clara Müller-Lippert, Bereichsleiterin der Fachklinik Petra Denzer, Landrat Dietmar Seefeldt, Erster Kreisbeigeordneter Georg Kern und Leiterin des Kreisjugendamts Hannelore Schlageter. Foto: Fachklinik Villa Mariazoom
Der Baum steht! Von links: Der Geschäftsführer des Therapieverbundes, Dr. Dirk Kratz, Leiterin des Kinderhauses Clara Müller-Lippert, Bereichsleiterin der Fachklinik Petra Denzer, Landrat Dietmar Seefeldt, Erster Kreisbeigeordneter Georg Kern und Leiterin des Kreisjugendamts Hannelore Schlageter. Foto: Fachklinik Villa Maria
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