Herbst im Landkreis
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Aussicht
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Herbst 2018
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Herbstblick auf Slevogthof
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Projektbeschreibung

Beschreibung

Die Südliche Weinstraße ist ein Landkreis in Rheinland-Pfalz mit einer Fläche von knapp 640 km² und etwa 110.000 Einwohnern in 75 Ortsgemeinden. Das NGA unterversorgte Gebiet (sog. Weißer Fleck) umfasst 16.061 Einwohner auf einer Fläche von 611,1 km² und weist somit eine Einwohnerdichte von 26,3 Einwohnern/km² nach Ziffer 1,1 des Scoring Modelles auf (in der Anlage „NGA-unterversorgtes Gebiet“ zum Antrag wird dieser Wert kartographisch und rechnerisch hergeleitet).
Der Landkreis ist Teil der Metropolregion Rhein-Neckar und ein wichtiger Wirtschaftsstandort in Rheinland-Pfalz; beheimatet sind hier u.a. der Weinbau sowie weitere Landwirtschaft, außerdem spielt der Tourismus eine wichtige Rolle. Der Landkreis Südliche Weinstraße weist im Westen eine bergige Topografie mit dünner Besiedlung auf, der östliche Teil ist hügelig bis flach mit Dörfern und kleineren Städten durchzogen. Damit stellen die Topografie und insbesondere die Siedlungsstruktur des Landkreises große Herausforderungen an den Ausbau der Breitbandinfrastruktur.


Bislang wurde der Breitbandausbau im Landkreis Südliche Weinstraße im Rahmen des eigenwirtschaftlichen Ausbaus von Netzbetreibern vorangetrieben; eine Förderung des Ausbaus in unterversorgten Gebieten war aufgrund der Finanzlage der Kommunen jedoch kaum möglich. Da die Digitalisierung jedoch zunehmend alle Lebensbereiche bestimmt und die Verfügbarkeit von Breitband mehr und mehr zu einem entscheidenden Standortfaktor wird, müssen jetzt die digitalen Infrastrukturen für die Zukunft geschaffen werden. Das Land Rheinland-Pfalz hat sich deswegen zum Ziel gesetzt, mittelfristig ein zukunftsfähiges Breitbandnetz zu schaffen, das eine flächendeckende Breitbandversorgung mit mindestens 50 Mbit/s für Privathaushalte und 1 Gbit/s symmetrisch für Gewerbe sowie eine Glasanbindung für nicht ausreichend versorgte Schulen zur Verfügung stellt als weiteren Schritt für ein künftiges reines Glasfasernetz.


Mithilfe von Mitteln aus dem Bundes- und Landesförderprogramm kann das Ausbauvorhaben des Landkreises sinnvoll und zielgerichtet unterstützt werden. Sie ermöglichen eine Förderung von andernfalls nicht umsetzbaren Breitbandausbauvorhaben und ermöglichen dem Landkreis Südliche Weinstraße zudem die zeitnahe und flächendeckende Realisierung eines NGA-Netzes. Gegenwärtig verfügen 100 % der Haushalte und Unternehmen im Ausbaugebiet nicht über Anschlüsse, welche die NGA-Bandbreitenanforderungen erfüllen. Ziel ist es, die Ortschaften vollständig mit NGA-fähigen Breitbandanschlüssen und die Unternehmens- / Gewerbestandorte mit hochbitratigen symmetrischen Anschlüssen über FTTB zu versorgen.


Zur Ermittlung des Ausbaugebietes wurden alle förderfähigen Privathaushalte, Schulen im gesamten Projektgebiet, Gewerbe und Unternehmen sowie institutionellen Nachfrager ermittelt, die nicht bereits mindestens mit 30 Mbit/s erschlossen sind oder gemäß den Ergebnissen des durchgeführten Markterkundungsverfahrens in Zukunft versorgt werden. Weiterhin wurde der Nahbereich der Hauptverteiler in einem Radius von 550 m ausgeschlossen.
Innerhalb des Ausbaugebiets werden 100 % der Anschlüsse mit Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s versorgt; im Ausbaugebiet verbleibt damit kein weißer Fleck.


Unterversorgte Gewerbegebiete wurden mithilfe von IHK, kommunalen Verwaltungen und den lokalen Wirtschaftsförderern ermittelt. Dabei zeigte sich ein Bedarf nach hohen symmetrischen Bandbreiten. Entsprechend des ermittelten Bedarfs und in Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit der Netzinfrastrukturen wurden alle Unternehmen und Gewerbestandorte mit einem direkten Glasfaseranschluss (FTTB) erschlossen, um Bandbreiten von 1 Gbit/s zu ermöglichen. Auch Sonderstandorte werden aufgrund des ermittelten erhöhten Bedarfs entsprechend erschlossen.


Da die Tiefbaukosten sich regelmäßig als der größte Kostenaspekt beim Breitbandausbau herausstellen, kann die Nutzung vorhandener Infrastrukturen wie Leerrohrtrassen die Investitionskosten senken und damit die Wirtschaftlichkeit erhöhen. Die vorhandenen Leerrohrtrassen im Projektgebiet wurden durch Abfrage des Infrastrukturatlas der Bundesnetzagentur und der Netzbetreiber ermittelt und in der Planung differenziert berücksichtigt: Kommunale Infrastrukturen wie die Leerrohre von regionalen Stadtwerken können kostengünstig mitgenutzt werden und gehen kostenreduzierend in die Gesamtplanung ein. Die Länge der mitgenutzten Leerrohre ist im Antragsformular mitangegeben; ferner sind die mitgenutzten Leerrohre georeferenziert im Netzplan ausgewiesen.


Technisch basiert die geplante Netzinfrastruktur auf einem Bestandsaus- und Neubau für FTTC VDSL 2 Vectoring sowie FTTB für alle Gewerbe und Institutionen. Die Ausbaustrategie wurde dabei optimal auf das Projekt zugeschnitten und berücksichtigt alle relevanten Rahmenbedingungen sowie Zielstellungen: Siedlungsstruktur, Einwohnerdichte, Zahlungsfähigkeit des Kreises und der Beteiligten Verbands- und Ortsgemeinden sowie des Bundeslandes, vorhandene technische Infrastruktur, die Wirtschaftlichkeit des zu betreibenden Netzes, die Zukunftsfähigkeit der neu zu bauenden Infrastruktur sowie die Erfüllung des angestrebten Versorgungsgrades und der angestrebten Bandbreiten, nicht nur für private Haushalte, sondern auch für Unternehmen und Gewerbe sowie institutionelle Nachfrager.

Ausgangslage vor Projektbeginn

Im Landkreis Südliche Weinstraße werden alle privaten Haushalte, Unternehmen und Institutionen mit Bandbreiten von weniger als 30 Mbit/s in das Ausbaugebiet übernommen. Dieser Anteil gilt damit nach NGA-Kriterien als unterversorgt. Ein durchgeführtes Markterkundungsverfahren hat dabei ergeben, dass private Telekommunikationsanbieter in diesen Gebieten keinen flächendeckenden eigenwirtschaftlichen Breitbandausbau vor Ort planen und somit ein Marktversagen vorliegt.


Das Ziel einer flächendeckenden NGA-Versorgung mit Bandbreiten von 50 Mbit/s für Privathaushalte und 1 Gbit/s symmetrisch für Unternehmen/Gewerbestandorte soll durch eine kreisweite gemeinsame Projektrealisierung und Ausschreibung erreicht werden. Dieses Vorgehen garantiert die optimale Umsetzung des Vorhabens bezogen auf die unterschiedlichen Anforderungen und Voraussetzungen im Landkreis Südliche Weinstraße.


Beim Breitbandausbau im Landkreis Südliche Weinstraße wird dabei das Fördermodell der Wirtschaftlichkeitslücke verfolgt. Denn das Betreibermodell erweist sich aufgrund der Gegebenheiten vor Ort als nicht geeignet, weil dadurch die Umsetzung des Breitbandausbauvorhabens einen erheblich höheren Finanz-, Zeit- und Ressourcenaufwand mit sich brächte und damit eine zeitnahe Realisierung einer flächendeckenden Breitbandversorgung hinauszögern würde – mit entsprechenden Nachteilen für private Haushalte und Unternehmen vor Ort.


Da bereits überwiegend überregionale Netzbetreiber eigenwirtschaftlich in der Region tätig sind, ist zugleich gewährleistet, dass die neu geschaffenen Strukturen von Unternehmen betrieben werden, die bereits Markterfahrung in der Region besitzen und für die technische Aktualität der Infrastruktur aus eignen Mitteln Sorge tragen. Für ein Betreibermodell fehlen nicht zuletzt geeignete Betreiber in der Region.
Im Fokus des Ausbaus steht nicht allein die Versorgung von Privathaushalten und Schulklassen mit Bandbreiten von 50 Mbit/s, sondern auch die diversen weiträumig über den Landkreis verteilten Gewerbestandorte und Unternehmen, die sich in dezidierten Gewerbe- und Industriestandorten sowie in Mischlagen befinden und mittels FTTB/FTTH mit Bandbreiten von 1 Gbit/s symmetrisch geplant und erschlossen werden. Dadurch sollen die aktuellen und zukünftigen Bedarfe der Unternehmen nach hochbitratigen Anschlüssen bedient und damit attraktive Standortbedingungen geschaffen werden, um die Wirtschaftskraft auf lange Sicht sicherzustellen und neue Gewerbeansiedlungen zu realisieren. Außerdem sollen auch die institutionellen Nachfrager entsprechend hochbitratig erschlossen werden (siehe hierzu auch Angaben in den GIS Daten).

Mithilfe einer gleichzeitigen Unterstützung durch externe Berater wird nicht nur sichergestellt, dass die vorgeschlagenen Konzepte technisch durchdacht und sinnvoll sind, sondern auch dem Bedarf in der Region heute und in Zukunft gerecht werden.

Projektfortschritt

Nach der ausführlichen Planung mit Machbarkeitsstudie und Maßnahmen zur Marktforschung wurde das Ausbaugebiet festgelegt. Dazu gehören vor allem Privathaushalte, aber auch Schulen und Gewerbebetriebe im Landkreis Südliche Weinstraße.


Zur Finanzierung wurden sowohl beim Bund, als auch beim Land Rheinland-Pfalz Förderanträge gestellt. Nachdem der vorläufige Zuwendungsbescheid des Bundes vorlag, wurde mit dem Ausschreibungsverfahren für notwendige bauliche Maßnahmen begonnen. Der Zuschlag wurde an das Kommunikationsunternehmen Inexio erteilt. Weitere Informationen zum Ausbauunternehmen finden Sie unten.


Der Zuwendungsbescheid des Landes liegt mittlerweile vor, der endgültige Zuwendungsbescheid des Bundes ist beantragt. Der vorzeitige Maßnahmebeginn ist genehmigt. Damit kann nun der Kooperationsvertrag mit Inexio abgeschlossen werden und der Ausbau kann beginnen.

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