In der Südpfalz, Europa und Afrika engagiert: Dr. Hans-Werner Mollenhauer erhält Goldene Kreiswappennadel des Landkreises SÜW


Landrat Dietmar Seefeldt steckt Dr. Hans-Werner Mollenhauer die Goldene Wappennadel des Landkreises Südliche Weinstraße an.
Landrat Dietmar Seefeldt steckt Dr. Hans-Werner Mollenhauer die Goldene Wappennadel des Landkreises Südliche Weinstraße an. Foto: KV SÜW

„Die Verdienste von Dr. Mollenhauer bleiben auch nach seiner aktiven Zeit als HNO-Arzt ehrungswürdig. Deshalb ist auch die Goldene Kreiswappennadel wohlverdient“, sagte der Landrat bei einer kleinen Feierstunde zu Ehren des pensionierten Mediziners. „Was er für unseren Landkreis durch sein Engagement im damaligen Kreiskrankenhaus Bad Bergzabern, heute Standort des Klinikums Landau-SÜW, sowie für seinen gesamten Berufsstand auch auf europäischer Ebene geleistet hat, verdient großen Respekt“, so Seefeldt weiter.

HNO-Abteilung in Kreiskrankenhaus etabliert

Die Belegabteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde im früheren Kreiskrankenhaus in Bad Bergzabern mit zwölf Betten gründete Mollenhauer im Jahr 1974. Er betrieb diese Praxis bis 2006. Danach zog es ihn für vier Jahre nach Zypern in die Blue Cross Clinic, nachdem Zypern 2004 als EU-Mitglied aufgenommen worden war. 2010 verlegte er dann seinen Kassenarztsitz nach Alzey, wo er bis 2018 tätig war, zuletzt auch als Praxisvertretung. Bereits seit 1988 hat der in Birkenhördt lebende Mediziner regelmäßig Fortbildungen für rheinland-pfälzische HNO-Ärztinnen und -Ärzte organisiert, zuletzt im Dezember 2025.

Neben Beruf und Familie setzte er sich auch berufspolitisch ein: Von 1988 bis 2008 war er Landesvorsitzender des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte in Rheinland-Pfalz, in den 2000er-Jahren auch Bundesvorsitzender. Darüber hinaus war er von 1991 bis 1996 Vorsitzender der Bezirksärztekammer Pfalz (BÄK), später auch der Vorsitzende der rheinland-pfälzischen Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB). Von 1998 bis 2015 vertrat er als Delegierter die niedergelassenen HNO-Ärzte Deutschlands, zusammen mit einem Delegierten der Wissenschaftlichen Gesellschaft in der Union Europeenne, Medcins Spezialistes (UEMS, Europäische Facharztunion), hier als Chairman für „Manpower and Trainiees Exchange Programme“. Die UEMS wurde 1958 von der EU gegründet, um die fachärztliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in der EU zu harmonisieren.

Für seine Verdienste wurde Mollenhauer bereits von der Bezirksärztekammer Pfalz mit der Tabernaemontanus-Medaille ausgezeichnet. Vom Deutschen Berufsverband der HNO-Ärzte wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Engagiert in Eritrea 

Hans-Werner Mollenhauer bedankte sich herzlich für die Ehrung durch den Landkreis. Er berichtete, dass er – in Ostpreußen geboren – sich in jungen Jahren während seiner Zeit als Oberleutnant bei der Bundeswehr dazu entschloss, Medizin zu studieren, weil er dadurch überall auf der Welt arbeiten könne. Das tat er dann auch, neben Zypern zum Beispiel auch in Eritrea. Damals gab es laut Mollenhauer in Eritrea nur zwei HNO-Ärzte. Zusammen mit Kollegen der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. in Bonn wurde der Verein „Medcare for People in Eritrea e.V., übersetzt „Medizinische Versorgung für Menschen in Eritrea“, auf Initiative von Professor Eberhard Stennert gegründet. Dr. Mollenhauer war Vorstandsmitglied. Der Verein hat – auch unterstützt durch Spenden – eine HNO-Klinik in der Hauptstadt Asmara gebaut und sich der Aus- und Weiterbildung von HNO-Fachärzten gewidmet. 

Neben zahlreichen ehemaligen Kollegen waren auch Erster Kreisbeigeordneter Georg Kern, Landtagsabgeordneter Sven Koch, Martin Engelhard, Beigeordneter der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern als Vertreter für die verhinderte Bürgermeisterin Kathrin Flory, sowie der in München lebende Sohn des Geehrten Philipp Mollenhauer als Gratulanten ins Kreishaus gekommen.

Auf dem richtigen Weg.