Anlass war ein Schreiben, das Monika Vogler (Schulleitung Nardini Pflegeschule), Dr. Marvin Milius (Schulleitung Pflegeschule Klinikum Landau-SÜW) und Sebastian Löhlein (Leiter Bildungszentrum Pfalzklinikum) an die vier Verwaltungsspitzen adressiert hatten. Darin schildern die Schulleitungen, dass derzeit mehr als 260 Auszubildende an ihren Einrichtungen lernten. Die Standorte der theoretischen Ausbildung verteilten sich auf Landau, Klingenmünster sowie Gleiszellen-Gleishorbach. Die Einsatzorte für die Ausbildungspraxis lägen in der gesamten Südpfalz. Dass viele Auszubildende auf den ÖPNV angewiesen seien, sei eine Herausforderung für den Schichtdienst in der praktischen Ausbildung. Der Dienstbeginn liege häufig in den frühen Morgenstunden, wenn es keine oder nicht ausreichend Busverbindungen gebe. Die Azubis kämen verspätet oder es müsse umgeplant werden. „Dies belastet sowohl die Auszubildenden selbst als auch die Einsatzgebiete und gefährdet langfristig die Attraktivität der Pflegeausbildung“, schrieben Vogler, Milius und Löhlein an Brandl, Seefeldt, Geißler und Flory. Die Schulleitungen hatten angeregt, in einen Dialog zu treten, um die Erreichbarkeit der Ausbildungs- und Einsatzorte auch zu „schichtdiensttauglichen“ Zeiten zu verbessern.
Dieser Dialog ist nun gestartet. Beim persönlichen Austausch im Landauer Kreishaus haben die Landräte und der OB – Landkreise und kreisfreie Städte sind jeweils auf ihrem Gebiet für die ÖPNV-Planung zuständig – betont, dass sie den Ball sehr gern aufgreifen und notwendige Verbesserungen prüfen und umsetzen wollen. Auch Bürgermeisterin Flory unterstützt das Anliegen.
Voraussetzung dafür sind nun im ersten Schritt die anonymisierten Daten, also unter anderem, woher die Azubis kommen, welche Dienstorte sie zu welchen Zeiten erreichen müssen und so weiter. Die Pflegeschulleitungen werden diese Daten zusammentragen und den Verwaltungen anonymisiert zur Verfügung stellen. Die zuständigen ÖPNV-Referenten wollen die Bedarfe dann analysieren und ins bestehende Netz der Buslinien, Ruf-Taxis und On-Demand-Verkehre „übersetzen“ beziehungsweise die bestehenden Angebote erweitern.
„Außerdem wollen wir das Thema nicht nur für Azubis prüfen, sondern gerne für alle Mitarbeitenden der südpfälzischen Kliniken, um den ÖPNV im besten Fall für möglichst viele noch attraktiver zu machen“, halten Seefeldt, Brandl und Geißler gemeinsam fest. Bereits in der Vergangenheit habe es schon einige Verbesserungen im ÖPNV gegeben, die von Betrieben für ihre Azubis angeregt worden seien, so zum Beispiel, dass in Landau die Gewerbelinie 534 eingeführt wurde. Diese ist für Azubis von großer Relevanz, weil sie von circa 5 bis 23 Uhr fährt und so alle Schichtzeiten abdeckt (Horstring, Bornheim, Mörlheim sowie die Erweiterungsabschnitte D9 und D10 im Gewerbegebiet). Ein weiteres Beispiel: An der Winzergenossenschaft Deutsches Weintor bei Ilbesheim wurde vor einigen Jahren wegen des Bedarfs unter dortigen Azubis eine Haltestelle neu geschaffen, die nun auch von allen weiteren Einheimischen und Gästen genutzt werden kann, die zur Genossenschaft oder Vinothek wollen.
Einig waren sich beim Austausch zwischen Verwaltungen und Pflegeschulen alle Beteiligten: Die pflegerische Versorgung zu sichern ist eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre. Verlässliche Mobilitätsangebote für die in der Pflege Beschäftigten können dafür ein Baustein sein.
Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung des Landkreises Südliche Weinstraße, des Landkreises Germersheim und der Stadt Landau.
