„VRNFlexline“ für alle und das auch noch grenzüberschreitend: EU fördert Projekt im Landkreis SÜW und in der Stadt Wissembourg mit über 1,8 Millionen Euro – Shuttles ab Jahresbeginn 2027 geplant


Landrat Dietmar Seefeldt, der den Landkreis als Projektträger repräsentiert, hält fest: „Die Zusage der EU-Fördermittel ist ein starkes Signal und ein wichtiger Meilenstein für unser gemeinsames Vorhaben.

Dafür gilt mein herzlicher Dank der Europäischen Union als Fördermittelgeber sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern und unseren engagierten Projektpartnern. Dieses Projekt zeigt, was möglich ist, wenn viele Akteure an einem Strang ziehen. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass eine anspruchsvolle Aufgabe vor uns liegt. Ein innovatives Projekt dieser Größenordnung wird nicht vom ersten Tag an in allen Bereichen perfekt funktionieren. Umso wichtiger ist es, dass wir vertrauensvoll, konstruktiv und lösungsorientiert zusammenarbeiten. Wenn wir diesen Weg gemeinsam gehen, können wir Erfahrungen sammeln, das Angebot kontinuierlich weiterentwickeln und langfristig erfolgreich gestalten. Ich bin überzeugt, dass wir mit diesem Projekt einen wichtigen Beitrag zu einer zukunftsorientierten, umweltfreundlichen und modernen Mobilität leisten – einer Mobilität, die allen Menschen zugutekommt und unsere Region nachhaltig stärkt.“

VRN-Geschäftsführer Dr. Michael Winnes ergänzt: „Mit der EU-Förderung können wir die grenzüberschreitende Mobilität und unser flexibles On-Demand-Angebot über die Landesgrenze hinaus ausbauen. Die Erweiterung der VRNflexline ist ein wichtiger Schritt, um den öffentlichen Nahverkehr im Landkreis Südliche Weinstraße noch attraktiver und alltagstauglicher zu machen – unabhängig von nationalen Grenzen.“

Ein blauer Kleinbus mit Interreg-Logo, im Hintergrund Häuser mit Nestern mit Weißstörchen.
So könnten die Kleinbusse auf Abruf aussehen, die grenzübergreifend unterwegs sein werden. Fotomontage mit KI: KV SÜW

Das ist geplant
Entstehen soll ein grenzübergreifendes Angebot, das den regulären ÖPNV mit Kleinbussen auf Abruf ergänzt. Vorgesehen sind umfangreichen Betriebszeiten und ein engmaschiges Netz an regulären Bushaltestellen und sogenannten virtuellen Haltepunkten, sodass ein Gebiet von circa 700 Quadratkilometern erschlossen wird. Die Fahrten sind per App oder Telefon buchbar. Sie folgen keinem vorgegebenen Linienplan, sondern richten sich nach dem Bedarf der Nutzerinnen und Nutzer. Fahrten quer durch den Landkreis oder parallel zu bestehenden Buslinien wird es mit der neuen VRNFlexline voraussichtlich jedoch nicht oder nur zu Randzeiten geben. Vielmehr sollen die insgesamt acht Kleinbusse auch als Zu- und Abbringer zu den regulären Bus- und Bahnverbindungen unterwegs sein – und nicht durch wenige Nutzer über weite Strecken gebunden werden. Das Stadtgebiet Landau wird zunächst kein Teil des Bediengebiets sein, mittelfristig ist eine Integration der grenzüberschreitenden VRNflexline SÜW und Wissembourg mit der VRNflexline Landau ein Ziel. 

Betrieben werden soll das On-Demand-Mobilitätsangebot mit elektrischen Großraumfahrzeugen von lokalen Verkehrsdienstleistern. Durch Feedback der Nutzerinnen und Nutzer sowie Evaluationsergebnissen soll der Betrieb kontinuierlich angepasst werden. Die Erfahrungen sollen dann in ein Verstetigungskonzept einfließen, das das Mobilitätsangebot über den Projektzeitraum hinaus in einen Regelbetrieb überführt. Außerdem soll im Projektzeitraum bis Ende Juni 2029 ein Transferkonzept entstehen, damit perspektivisch auch die Dörfer rund um Wissembourg und weitere Gebiete in der Oberrheinregion angeschlossen werden können.

Für wen ist das Projekt gedacht?
Alle rund 115.000 Einwohnerinnen und Einwohner der Südlichen Weinstraße und etwa 8000 Bürgerinnen und Bürger aus Wissembourg sollen die Shuttles auf Abruf bei Bedarf nutzen können.

Die Shuttle-Fahrzeuge sollen außerdem insbesondere auch Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit eingeschränkter Mobilität Zugang zum grenzüberschreitenden ÖPNV bieten. Auch Personen ohne eigenes Auto oder solche, die mehr und mehr aufs Auto verzichten wollen oder müssen, sollen profitieren – ebenso wie Touristinnen und Touristen.

Nächste Schritte
Das Projekt, das vom Landkreis Südliche Weinstraße getragen wird, beginnt schon am 1. August, und zwar mit der technischen und konzeptionellen Vorbereitung des Bediengebiets, also unter anderem, wo wann welche Kleinbusse im Einsatz sind. Zuständig dafür ist der ÖPNV-Referent des Landkreises Südliche Weinstraße, Benjamin Klar, in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern.

Die Kosten teilen sich der Landkreis Südliche Weinstraße, der wiederum 25 Prozent seiner Kosten anteilig an die Verbandsgemeinden weitergeben wird, der Verkehrsverbund Rhein-Neckar und die Verbandsgemeinde Wissembourg (communauté de communes du pays de Wissembourg). Der EVTZ Eurodistrikt PAMINA fördert das Projekt ideell, unter anderem mit Übersetzungsleistungen. Weitere, assoziierte Projektpartner, die das Vorhaben unterstützen, sind die Stadt Landau in der Pfalz sowie die französische Région Grand Est.

EU-Flagge mit Schriftzug Interreg Oberrhein, Rin Superieur

Von der EU kommen 1.851.847,14 Euro an Fördermitteln. Dabei handelt es sich um Unterstützung aus dem Programm „Interreg Oberrhein“, das grenzüberschreitende Vorhaben in der Region am Rhein mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) fördert.




Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung des Landkreises Südliche Weinstraße sowie der Verbandsgemeinden Annweiler am Trifels, Bad Bergzabern, Edenkoben, Herxheim, Landau-Land, Maikammer und Offenbach an der Queich sowie des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN), der Communauté de communes du Pays de Wissembourg und des Eurodistrikts PAMINA.

Auf dem richtigen Weg.