Tötungsdelikt in Billigheim-Ingenheim: Landrat Seefeldt und SÜW-Gleichstellungsbeauftragte Stähle verurteilen Gewalttat


„Eine Frau verliert ihr Leben durch die Gewalt eines Mannes, mit dem sie zuvor in einer Beziehung gelebt hat. Diese Tat macht fassungslos und tief betroffen. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und allen Menschen, die der Verstorbenen nahestanden“, spricht Landrat Seefeldt sein Beileid aus. „Gewalt gegen Frauen darf niemals als Beziehungsstreit oder Privatsache abgetan werden. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns auch im Landkreis stellen müssen.“

Die Gleichstellungsbeauftragte Stähle bezeichnet die Tat als erschütterndes Beispiel für geschlechtsspezifische Gewalt: „Wenn eine Frau getötet wird, weil sie eine Frau ist beziehungsweise weil ein Mann seinen Anspruch auf sie und die Beziehung nicht akzeptiert, sprechen wir von einem Femizid, bei ehemaligen Lebensgefährtinnen oder -gefährten von Nachtrennungsgewalt. Auch wenn die genauen Hintergründe dieser Tat noch Gegenstand der Ermittlungen sind, müssen wir über das strukturelle Problem dahinter sprechen: Gewalt gegen Frauen ist auch im Landkreis Südliche Weinstraße kein Einzelfall – und so gut wie immer von Männern ausgehend.“

Anzahl von Fällen steigt auch im Kreis SÜW

Die Anzahl an Gewalttaten gegen Frauen stieg in den vergangenen Jahren entsprechend dem Bundestrend auch in der Region an. So wurden laut Zahlen des Interventionszentrums gegen Häusliche Gewalt Südpfalz im vergangenen Jahr in der Südpfalz 398 Frauen und 20 Männer Opfer von häuslicher Gewalt, im Jahr 2024 waren es 379 Frauen und elf Männer, im Jahr 2023 sogar 421 Frauen und 16 Männer. „Hinter jeder Zahl steht ein Mensch und eine persönliche Geschichte. Die Dunkelziffer aller Fälle, die nicht gemeldet werden, ist groß. Auch deshalb müssen wir gemeinsam hinschauen, Warnsignale ernst nehmen und Betroffenen den Rücken stärken. Niemand sollte Gewalt in einer Beziehung hinnehmen müssen oder damit allein bleiben“, sind sich der Landrat und die Gleichstellungsbeauftragte einig.

Gemeinsamer Appell: nicht wegschauen!

Gewalt gegen Frauen beginnt nicht erst mit einer tödlichen Eskalation. Sie kann sich in psychischer Gewalt, Kontrolle, Bedrohung, körperlichen Übergriffen oder Stalking zeigen. Umso wichtiger seien Aufmerksamkeit, Unterstützung und niedrigschwellige Hilfsangebote, so Stähle. Sie bittet gemeinsam mit dem Landrat darum, nicht wegzuschauen: „Das bedeutet, Warnsignale ernst zu nehmen, Betroffene zu unterstützen und bei Gewalt nicht zu schweigen.“

Niedrigschwellige Hilfe vermittelt auch das Netzwerk STOPP Südpfalz, in dem der Landkreis ebenso Mitglied ist wie Vertreterinnen und Vertreter der Polizei, der Staatsanwaltschaft, des „Frauen*notruf“ des Aradia e.V., des Interventionszentrums, des Frauenhauses Landau, die Gleichstellungsbeauftragten Südliche Weinstraße, Landau und Germersheim sowie der Kinderschutzdienst, der Weisse Ring, Solwodi, und Pro Familia. Das Netzwerk möchte Betroffenen vermitteln, dass sie nicht alleine sind. Sie können auf ein dichtes Netz an Institutionen und Hilfsangeboten zurückgreifen.  

Weitere Informationen und Hilfe zum Thema Gewalt gegen Frauen erteilt das Gleichstellungsbüro SÜW, Isabelle Stähle, telefonisch unter 06341 940-120 oder das bundesweite Hilfetelefon unter der Nummer 116016. Plakate, die auf diese Nummer hinweisen, hängen übrigens unter anderem auch in der Kreisverwaltung und allen Verbandsgemeindeverwaltungen, in teilnehmenden Freibädern und Bussen aus. Mehr Infos gibt es auch unter www.suedliche-weinstrasse.de/gleichstellung.

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