EWW-Werkausschuss vergibt Auftrag für Bau einer Schwachgasanlage auf Gelände der Altdeponie Edesheim


„Wenn wir nicht handeln, kann das Methangas durch die Oberflächenabdeckung des Deponiekörpers in die Atmosphäre entweichen und zur Erderwärmung beitragen. Dabei wirkt sich Methangas um ein Vielfaches stärker aus als das ebenfalls problematische und bekanntere CO2. Um dies zu verhindern, wird das Gas über im Deponiekörper verlegte Leitungen abgesaugt und verbrannt“, erläutert EWW-Werkleiter Rolf Mäckel das geplante Vorgehen. Das Gas zu verstromen sei, ebenso wie in Heuchelheim-Klingen, aufgrund der geringen Menge nicht mehr möglich. Dazu Landrat Dietmar Seefeldt: „Die Schwachgasanlage ist deshalb eine praktikable Möglichkeit, gerade auch vor dem Hintergrund des Umweltschutzes, die schädlichen Auswirkungen des entstehenden Methangases durch Verbrennen zu minimieren.“

Der Werkausschuss hat den Auftrag zum Bau der Schwachgasanlage einstimmig an die Firma Göbel Energie- und Umwelttechnik GmbH & Co. KG aus Neumünster vergeben, die bereits auf der Deponie Heuchelheim-Klingen für den EWW tätig ist und eine Kooperation mit der Firma TDL Energie, ebenfalls Neumünster, eingegangen ist. TDL betreibt die Umkehr-Osmoseanlage in Heuchelheim-Klingen, die die Deponiesickerwässer reinigt. Für die Erd-, Beton- und Stahlbetonarbeiten wird die Firma Sarter Bau GmbH aus Gossersweiler-Stein beauftragt.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf voraussichtlich rund 677.000 Euro ohne Wartungskosten. Für die Baukosten hat der EWW bereits im vergangenen Jahr eine Förderzusage des Bundes aus Mitteln des Klima- und Transformationsfonds in Höhe von rund 329.000 Euro erhalten.

Bioabfall für entstehendes Gas hauptverantwortlich

Wie in früheren Zeiten üblich sind über Jahre hinweg neben Restmüll und Erd- beziehungsweise Bauschuttmassen auch organische Abfälle, vorwiegend Bioabfall, sowie sonstige Materialien, die sich langsamer zersetzen – Papier, Pappe oder Holz – auf den Deponien gelandet. In Edesheim wurde die Müllablagerung 1987 beendet. Dennoch entstehen beim langsamen und kontinuierlichen Zerfall dieser Stoffe weiterhin Gase; im Wesentlichen handelt es sich dabei um Methan und Kohlendioxid. „Diese Erkenntnisse zur immer noch entstehenden Gasbildung über diesen langen Zeitablauf hin verdeutlichen uns auch, wie notwendig eine konsequente Abfalltrennung ist, um Stoffe in sinnvoller Weise im Kreislauf zu belassen, in anderer Form zu verwerten oder umweltgerecht zu beseitigen“, so EWW-Leiter Mäckel. 

Auf dem richtigen Weg.