Erster Bildungsdialog im Landkreis Südliche Weinstraße: Rund 45 Institutionen im Austausch


Landrat Dietmar Seefeldt steht mit einem MIkrrofon vor den Gästen einer Veranstaltung und hält eine Ansprache.
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Landrat Dietmar Seefeldt begrüßt die Teilnehmenden des ersten Bildungsdialogs in der Alten Druckerei in Bad Bergzabern. Foto: KV SÜW

„Bildung entscheidet wesentlich über Lebenschancen und gesellschaftliche Teilhabe und ist zugleich von großer Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unseres Landkreises. Dabei reicht Bildung weit über Schule und Ausbildung hinaus. Sie begleitet uns ein Leben lang. Umso wichtiger ist es, dass die vielen Menschen und Institutionen, die daran mitwirken, voneinander wissen und zusammenarbeiten“, sagte Landrat Dietmar Seefeldt. „Als Landkreis möchten wir diese Zusammenarbeit unterstützen und die unterschiedlichen bildungsrelevanten Stakeholder miteinander ins Gespräch bringen.“

„Menschen wechseln im Laufe ihres Lebens zwischen ganz unterschiedlichen Bildungsorten und Lebensphasen. Jede Institution sieht dabei einen Teil der Bildungsbiografie und bringt ihre eigene Expertise ein“, erklärte Kreisbeigeordneter Werner Schreiner. „Wenn wir Erfahrungen teilen und Angebote miteinander verbinden, können wir Bildungswege besser begleiten.“

Bildungsbiografie als roter Faden
Die musikalische Eröffnung der Veranstaltung übernahm das generationenübergreifende Veeh-Harfen-Orchester der Kreismusikschule SÜW unter der Leitung von Bettina Gütermann-Cichorowski. Die Veeh-Harfe steht symbolisch für ihre leichte Erlernbarkeit und gemeinsames Musizieren für alle in jedem Alter.

Es folgte Dr. Michael Bernhard von der Goethe-Universität Frankfurt, der in seinem Impulsvortrag die Frage aufgriff, wie unterschiedlich Bildungswege verlaufen und welche Rolle Übergänge dabei spielen. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass in diesen Übergängen und zwischen den Zuständigkeiten der kommunale Gestaltungsspielraum liegt.

Einen weiteren kulturellen Akzent setzte anschließend der Vize-Europameister im Poetry Slam Anuraj Sri Rajarajendran, der sich auf poetische Weise der Frage näherte, ob man das Leben lernen kann.

„Bildungsbiografien ganzheitlich betrachten“
Danach stand der direkte Austausch im Mittelpunkt. An mehreren Thementischen sprachen die Teilnehmenden sowohl über lebenslanges Lernen als auch über einzelne Phasen und Übergänge einer Bildungsbiografie: von der Kinder- und Jugendbildung über Ausbildung, Weiterbildung und Studium bis zum Lernen im Erwachsenenalter und im hohen Alter. Aus den Gesprächsrunden entstanden erste Leitsätze für die Entwicklung eines gemeinsamen Bildungsleitbildes.

Die Gespräche machten deutlich, wie vielfältig die Bildungslandschaft im Landkreis bereits ist. Viele Institutionen begleiten Menschen an unterschiedlichen Stellen ihrer Biografie. Der Tenor: Teilweise verfolgen sie ähnliche Ziele, kennen sich aber noch nicht oder arbeiten bislang nur wenig zusammen. Gerade an den Übergängen zwischen einzelnen Bildungsphasen treffen verschiedene Zuständigkeiten, Erfahrungen und Perspektiven aufeinander.

„Eine Erkenntnis des Abends war, dass Bildung oft dort stattfindet, wo wir sie nicht sofort erwarten. Viele Einrichtungen leisten dazu einen wichtigen Beitrag, ohne dass dies ausdrücklich als Bildungsarbeit sichtbar wird. Wenn wir verstehen, wer was beiträgt, können wir leichter an einem Strang ziehen“, fasste Projektleiterin Monika Kukytė zusammen. „Der Bildungsdialog hat erste Verbindungen geschaffen. Jetzt wollen wir diese Kontakte festigen, institutionalisieren und gemeinsam die Themen angehen, bei denen die Beteiligten Handlungsbedarf und Chancen für ein gemeinsames Vorgehen sehen.

Wie es nach dem Bildungsdialog weitergeht
Zahlreiche Einrichtungen signalisierten, dass sie künftig in einem Bildungsbeirat und in thematischen Netzwerkgruppen mitwirken möchten. Das Team der Bildungskommune wertet nun die Ergebnisse des Bildungsdialogs aus und plant auf dieser Grundlage die nächsten Schritte. Der erste Bildungsdialog soll den Ausgangspunkt für einen längerfristigen Austausch bilden.

Ein wichtiger nächster Schritt ist die Einrichtung eines Bildungsbeirats, der die verschiedenen Perspektiven der Bildungslandschaft zusammenführt und zugleich die Funktion des gesetzlich vorgesehenen Weiterbildungsbeirats erweitert. Die konstituierende Sitzung ist für den 17. Februar 2027 geplant.

Bildung im Landkreis vernetzen
Das Projekt „Bildungskommune Südliche Weinstraße“ ist bei der Kreisvolkshochschule angesiedelt und läuft voraussichtlich bis zum 30. Juni 2029. Das Projektteam will Bildungsangebote und -bedarfe im Landkreis sichtbar machen, Wissen bündeln, digital-analoge Vernetzung stärken sowie ein kommunales Bildungsportal aufbauen. Dabei nimmt es Bildung über die gesamte Lebensspanne in den Blick – von der frühen Kindheit bis ins hohe Alter.

Weitere Informationen unter www.suedliche-weinstrasse.de/bildungskommune oder per E-Mail an bildungskommune@suedliche-weinstrasse.de.

Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Europäische Union fördern das Projekt im Rahmen des ESF-Plus-Programms „Bildungskommunen“ über den Europäischen Sozialfonds Plus. Die Fördersumme beträgt rund 307.000 Euro.


Auf dem richtigen Weg.