Der Landkreis Südliche Weinstraße hatte aufgrund eines Beschlusses des Kreistags vom 21. Juni 2021 ein kreisübergreifendes Radverkehrskonzept für den Alltagsradverkehr erstellen lassen und dafür das Planungsbüro RV-K aus Frankfurt beauftragt. Ein Lenkungskreis, der sich aus dem Landrat, den Kreisbeigeordneten, Vertretungen aller Fraktionen des Kreistages, aller Verbandsgemeinden, des Landesbetriebes Mobilität Speyer, des Kreisverbands des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs für die Stadt Landau und den Landkreis Südliche Weinstraße (ADFC Landau-SÜW), Vertretungen der Landwirtschaftskammer sowie des Bauern- und Winzerverbandes zusammensetzte, begleitete den Prozess.
In das Konzept sind zudem alle im Landkreis SÜW bereits erarbeiteten Verkehrs- und Mobilitätskonzepte einzelner Verbandsgemeinden und Ortschaften sowie die Achsen der geplanten Pendlerradrouten zwischen Landau und Neustadt, Landau und Bad Bergzabern sowie zwischen Landau und dem Pfalzklinikum Klingenmünster eingeflossen, ebenso wie das sogenannte Großräumige Radwegenetz (GRW) Rheinland-Pfalz.
Weiterhin gab es eine digitale Bürgerbeteiligung, während der von Anfang April bis Mitte Mai 2024 alle Interessierten einzelne Streckenabschnitte melden konnten, die als wichtige Achsen für den Alltagsradverkehr dienen oder dienen könnten. Auch Schad- oder Problemstellen konnten angegeben werden. Insgesamt gingen aus der Bevölkerung 1197 Meldungen ein.
All dies führte zu einem ersten Entwurf einer Netzplanung des Radverkehrskonzeptes, bei dem das Planungsbüro zudem die Anbindung von Ortsteilen, Nachbarkommunen, Bahnhöfen und weiterführende Schulen berücksichtigt hat. Dieser Entwurf diente im nächsten Schritt als Grundlage für sieben Konferenzen, die in allen Verbandsgemeinden im Zeitraum vom 30. September bis 6. November unter Beteiligung der Ortsgemeinden und der jeweiligen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister stattfanden.
Auch die Träger der öffentlichen Belange, darunter der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. (ADFC), Nachbarlandkreise, die Stadt Landau, die Arbeitsgemeinschaft fahrrad- und fußverkehrsfreundlicher Kommunen in Rheinland-Pfalz e. V. (AGFFK-RLP e. V.), der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. und die Untere Naturschutzbehörde, wurden angehört. Alle Anmerkungen und Kommentare wurden gesammelt, in der Netzplanung möglichst berücksichtigt und in die Maßnahmenbeschreibungen aufgenommen.
Vom 12. Januar bis 15. Februar 2026 hatte dann die allgemeine Öffentlichkeit abermals Gelegenheit, den Entwurf des so entstandenen Radwegenetzes zu kommentieren. 4435 Bewertungen und 388 Kommentare gingen damals ein.
Vertreterinnen und Vertreter der Verbands- und Ortsgemeinden waren dann abschließend im März 2026 zu einem Kommunenworkshop nach Birkweiler eingeladen. Mit den dort noch gewonnenen Erkenntnissen finalisierte das Planungsbüro RV-K die Maßnahmenempfehlungen anschließend und erstellte den sogenannten Erläuterungsbericht, der das „Herzstück“ des im Herbst 2026 vom Kreistag beschlossenen Radverkehrskonzeptes SÜW darstellt.