„Die Flutkatastrophe an der Ahr hat eindrücklich gezeigt, welche verheerenden Folgen Hochwasser haben kann, und wie wichtig eine gute Vorbereitung und ein abgestimmtes Handeln sind. Hochwasser macht nicht an Landkreis- oder Stadtgrenzen Halt – deshalb arbeiten auch wir über Verwaltungsgrenzen hinweg zusammen. Die jährlichen Treffen der Hochwasserpartnerschaft bieten dafür eine wichtige Plattform, um den Hochwasserschutz in der Region gemeinsam weiterzuentwickeln, um sie widerstandsfähiger gegenüber zukünftigen Hochwasserereignissen zu machen“, so die Landräte Dietmar Seefeldt (SÜW) und Martin Brandl (GER) in ihrer Begrüßung.
Gemeinsames Pegelmessnetz geplant
Die Erfahrungen aus dem Pfingsthochwasser 2024, das unter anderem die Stadt Wörth (Kreis Germersheim) schwer getroffen hatte, hatten beim Austauschtreffen der Hochwasserpartnerschaften im vergangenen Jahr den Anstoß gegeben, ein landkreisübergreifendes Pegelmessnetz in der Südpfalz zu etablieren. Betrachtet werden soll dafür jeweils der komplette Gewässerverlauf von der Quelle bis zur Mündung, mit besonderem Augenmerk auf die Gewässer Erlenbach, Otterbach und Dierbach. Trotz der geringen Größe und ihres relativ kleinen Einzugsgebietes haben diese Gewässer erhebliches Schadenspotenzial, vor allem dann, wenn sie durch Ortslagen fließen. Die betreffenden Verbandsgemeinden Bad Bergzabern, Kandel und Jockgrim sowie die Stadt Wörth erklärten sich bereit, solche Pegel zu installieren. Damit sollen künftig die Unterlieger – also die Ortsgemeinden und Städte, die flussabwärts an einem Gewässer liegen – möglichst frühzeitig vor drohendem Hochwasser gewarnt werden. Geplant sind 24 bis 26 Standorte, wobei der Aufbau in der Regel an bestehenden Bauwerken wie Brücken oder Wehre erfolgen soll. „Wir wollen gemeinsam eine einheitliche Lösung schaffen, von der alle beteiligten Kommunen profitieren“, sagt Jan Pfirrmann von der Verbandsgemeindeverwaltung Kandel, der das Projekt federführend koordiniert.
Ein weiteres Thema des Austauschtreffens waren unter anderem die Möglichkeiten und Grenzen einer ökologischen Gewässerunterhaltung und -entwicklung, um die Auswirkungen des Klimawandels zu dämpfen. Möglich sei dies, so erfuhren die Teilnehmenden des Austauschtreffens in einem Vortrag von Dr. Marcus Werum von der Gemeinnützigen Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG)mbH, beispielsweise über einen dezentralen Wasserrückhalt im Wald, eine verminderte Wassertemperatur durch entsprechende Beschattung im Oberlauf, den Bau sogenannter Vorlandwälle oder dadurch, dass Gewässer an eine Aue angebunden werden, um eine Schwammlandschaft zu bilden. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe bestehend aus Gewässerunterhaltungspflichtigen, der Oberen Wasserbehörde und der GfG soll sich dieses Themas annehmen, so die Idee.
Was sind Hochwasserpartnerschaften?
Hochwasserpartnerschaften sind freiwillige Zusammenschlüsse von Gemeinden, Städten und Landkreisen in Rheinland-Pfalz, die zumeist an einem Gewässer mit bedeutendem Hochwasserrisiko liegen, oder die gemeinsam der Gefahr durch Starkregenereignisse begegnen wollen. Ihr gemeinsames Ziel ist es nach Angaben des Landes, durch Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit ihre kommunale Hochwasservorsorge effizienter zu gestalten und den Gedanken der Solidarität zwischen Ober- und Unterliegern an Flüssen zu stärken.
Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung der Landkreise Südliche Weinstraße und Germersheim.
