Landrat Dietmar Seefeldt berichtete in der Sitzung, dass der Anlass für die Sanierungsplanungen zunächst der Fenstertausch war. „Im Rahmen des kommunalen Investitionsprogramms Klimaschutz und Innovation, KIPKI, haben wir die Förderung von drei Maßnahmen des Landkreises bewilligt bekommen, darunter den dringend notwendigen Fenstertausch.“ Wer das Kreishaus kenne, wisse, dass es sehr viele und sehr große Fensterfronten aufweise. „Die Fachleute haben es sich dann angesehen und in umfassende Sanierungsmaßnahmen empfohlen.“ Nun gehe es um eine umfassende Modernisierung des über vier Jahrzehnte alten Gebäudes, insbesondere auch im Bereich Brandschutz und Zugangssteuerung.
Fassade, Brandschutz und Zugang
Leon Pabst, Referatsleiter des Zentralen Gebäudemanagements der Kreisverwaltung, stellte dem Kreistag das Vorhaben im Detail vor. So umfasst die geplante energetische Sanierung der Fassade, zu der der Fenstertausch gehört, nun außerdem einen Sonnenschutz, neue Decken sowie neue Bürobeleuchtung. Insgesamt soll die Gebäudehülle damit deutlich verbessert und Energie eingespart werden. Um die Brandschutzvorgaben zu erfüllen und die Sicherheit im Kreishaus weiter zu erhöhen, muss außerdem die Brandmeldeanlage des Kreishauses erweitert werden, sinnvolle Brandabschnitte sind zu bilden. Auch die Notausgänge und die Entrauchung werden verbessert, ebenso die Sicherheitsbeleuchtung. Die Steigleitungen für die Feuerwehr werden künftig sogenannte trockene Steigleitungen sein. Außerdem wird die nicht mehr zeitgemäße Zugangssituation zum Gebäude modernisiert: Sowohl im Untergeschoss, wo sich unter anderem der Eingang zur Kfz-Zulassungsstelle befindet, als auch im Erdgeschoss soll es neue Eingangssituationen geben. Verschiedene Zonen sollen künftig erlauben, dass sowohl der Service für die Bürgerinnen und Bürger verbessert als auch die Sicherheit für die Mitarbeitenden und Gäste des Kreishauses erhöht wird. Weitere geplante Maßnahmen betreffen die Trinkwasserleitungen, die Lüftungsanlage, die WC-Anlagen, einen hydraulischen Abgleich der Heizung und erwartete Schadstoffsanierungen, unter anderem beim Ausbau der Decken.
Die Umbaumaßnahmen werden voraussichtlich in sechs Bauabschnitten realisiert, wobei die Sanierung der technischen Anlagen geschossweise, die Sanierung der Fassade jedoch vertikal über die Geschosse erfolgen muss. Daher soll flügelweise vorgegangen werden: Jeweils ein gesamter Gebäudeflügel wird über alle Stockwerke hinweg modernisiert. Die Bauzeit wird auf dreieinhalb Jahre geschätzt, die Baukosten auf rund 19 Millionen Euro. Da neben der bereits bewilligten KIPKI-Förderung auch Mittel aus dem sogenannten „Investitionsstock“ beantragt wurden, könnte der Landkreis bis zu 12,7 Millionen Euro an Förderung für die Sanierung des Kreishauses erhalten.
