Das Geld fließt nach Angaben des Ersten Vereinsvorsitzenden Patrick Kühnlenz in die Ausrüstung des Nachwuchses, genauer: in sogenannte Tarierjackets für die Jugendlichen. „Diese Tarierjackets sind mit das wichtigste Mittel für ein sicheres Tauchen, um sich unter Wasser ausgeglichen fortbewegen zu können“, erläutert der Vorsitzende. Die jetzigen Jackets hätten aufgrund des Alters Verschleißerscheinungen.

Seit 1993 besteht der Verein in seiner heutigen Form. Eigentlich ist er sogar noch älter – hatte er doch unter den Gründungsvätern Stefan Bauer und Jens Hantke seine Anfänge im Jahr 1988 als Abteilung „Sporttauchen“ innerhalb des SV Klingenmünster. Die Resonanz war von Beginn an groß, sodass die damals Verantwortlichen den Entschluss fassten, fünf Jahre später einen eigenständigen Verein – die Tauchsportgruppe Klingenmünster – zu gründen. Zu dieser Zeit zählte die TSG 69 Mitglieder. „Heute sind es fast drei Mal so viele“, berichtet Kühnlenz, der 2018 den Vereinsvorsitz von Stefan Bauer übernommen hat und vor seinem Umzug in die Pfalz Taucher bei der Bundeswehr war.
„Kein Tauchschein in drei Tagen“
Seit das Schwimmbad in Klingenmünster in den 1990er-Jahren geschlossen wurde, treffen sich die Aktiven der TSG montags im Rebmeerbad in Bad Bergzabern. Von 17 bis 18 Uhr ist die Jugend an der Reihe, von 18 bis 19 Uhr stehen Tauchausbildung und Apnoetauchen auf dem Programm, von 19 bis 20 Uhr können alle weiteren Taucherinnen und Taucher ins Becken. Insgesamt zählt der Verein sieben Ausbilderinnen und Ausbilder, weitere sind immer willkommen, sagt Kühnlenz. Auch angehende Kindertauchlehrerinnen und -lehrer werden im Verein ausgebildet, im Auftrag und in Absprache mit dem Dachverband, dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST).
„Im Training wird individuell geschaut, wie der Lernfortschritt der Taucherinnen und Taucher ist, darauf wird dann aufgebaut. Klar ist: Bei uns erhält man keinen Tauchschein in drei Tagen, sondern erst nach einer gewissen Anzahl an Theorie- und Praxisstunden. Denn ohne theoretisches Wissen kann Tauchen als Extremsportart sogar tödlich sein“, so der TSG-Vorsitzende. Das Credo des Vereins sei: „Tauchen soll sicher sein und Spaß machen.“ Die Praxis wird zunächst im Hallenbad geübt; nachdem außerdem die Tauglichkeit zum Tauchen ärztlich festgestellt ist, kann man ins Freigewässer wechseln.
Dabei unterliegt das Gerätetauchen, also das Tauchen mit Druckluftflasche und Atemregler, in Rheinland-Pfalz strengeren Regelungen und Genehmigungspflichten als andernorts, wie Kühnlenz erläutert: „Deshalb sind wir oft in Baden-Württemberg unterwegs, zum Beispiel am Brechtsee bei Philippsburg.“ Natürlich seien die Anfahrtswege entsprechend weit. „Aber die Bedingungen vor Ort machen das wieder wett.“
Wer kann mitmachen?
In die Tauchsportgruppe eintreten können alle, die schwimmen können, in der Regel ab sechs Jahren. Tauchen mit Gerät kann man im Verein ab acht Jahren. Einsteigen können auch Erwachsene. „Wir haben eine Frau im Verein, die kürzlich mit 68 Jahren angefangen hat zu tauchen“, berichtet Patrick Kühnlenz. Wichtig sei eine gewisse Grundfitness sowie die ärztliche Bescheinigung über die Tauchtauglichkeit. Auch eine Behinderung ist grundlegend kein Hindernis, um zu tauchen; hier bieten der VDST und seine Landesverbände spezielle Weiterbildungen für ausgebildete Taucherinnen und Taucher an, damit diese es wiederum auch Menschen mit Behinderung ermöglichen können, die Unterwasserwelt zu erkunden.
Die TSG Klingenmünster pflegt ein reges Vereinsleben mit mehreren Vereinsfahrten innerhalb Deutschlands, wie zum Beispiel an den Tunisee bei Freiburg, oder eine Auslandsfahrt pro Jahr, etwa an die Costa Brava oder nach Sardinien, wie in diesem Jahr. Darüber hinaus stehen gemeinsame Ausflüge und Wanderungen auf dem Programm.
