Zu dem Workshop eingeladen waren Vertretungen aller Verbands- und Ortsgemeinden im Landkreis SÜW. Ziel der Veranstaltung war die Diskussion der berechneten Priorisierung für die Streckenmaßnahmen, die im Entwurf des Konzepts vorgesehen sind. Je Verbandsgemeinde wurde die Priorisierung an großen Stellwänden und Plänen sichtbar gemacht. Die Vertretungen der Kommunen konnten die Priorisierung durch ihre Ortskenntnisse validieren und letzte Fragen und Anpassungsvorschläge für das Radverkehrskonzept abgeben.
Warum es ein Konzept braucht
Landrat Dietmar Seefeldt stellte zu Beginn nochmal heraus, worum es beim Konzept für den Alltagsradverkehr im Kreis Südliche Weinstraße geht: „Ziel ist es, ein sicheres und attraktives Radverkehrsnetz für den Alltagsverkehr zu schaffen.“ Nicht alle Maßnahmen würden umgesetzt werden können, manches werde lange dauern oder in der Praxis nicht zu realisieren sein. Nichtsdestotrotz sei ein Radverkehrskonzept für den gesamten Kreis eine wichtige, unverzichtbare Planungsgrundlage für die kommenden Jahre, „auch, da ein solches Konzept bei Förderprogrammen häufig eine Voraussetzung ist, um überhaupt an Fördermittel für einzelne Maßnahmen zu kommen“, so Seefeldt.
Nach dem Abschluss der ersten Online-Bürgerbeteiligung im Mai 2025 hatte die Planungsgesellschaft RV-K aus Frankfurt einen ersten Entwurf für das zukünftige, über 650 Kilometer lange Radverkehrsnetz und entsprechende Maßnahmenvorschläge im Landkreis erarbeitet und dabei circa 1200 von Bürgerinnen und Bürgern eingereichten Vorschläge berücksichtigt. Rund 850 Kilometer Radwege sei das Planungsbüro im Kreis abgefahren, um sich von allen Wegen und den eingereichten Vorschlägen selbst ein Bild zu machen, berichtete Erik Drawe in Birkweiler. Konzentriert hat sich diese Mühe nun in rund 500 Empfehlungen für Maßnahmen, die von „Einbahnstraße für Radverkehr öffnen“ über „Übergänge von Radwegen auf die Fahrbahn verbessern“ bis „Neubau eines Radwegs“ reichen.
Viel „Input“ mündet in Konzept
In einer zweiten Phase der Online-Beteiligung zu Jahresbeginn konnte die Öffentlichkeit dann auf einer Internetseite die Maßnahmen mit „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“ bewerten und kommentieren. Dabei gab es 4213 Mal eine positive Bewertung und 388 Kommentare. „Das ist eine sehr hohe Beteiligung gemessen an den Einwohnerzahlen des Landkreises und verglichen mit ähnlichen Projekten, was für ein hohes Interesse am Radverkehr an der Südlichen Weinstraße spricht“, so der Planer Drawe. Das Büro wird nun, nach dem Workshop, der die letzte Veranstaltung in einer Reihe von Terminen mit Vertretungen von verschiedenen Interessensgruppen markierte, ein schriftliches Konzept ausarbeiten. Darin werden alle empfohlenen Maßnahmen festgehalten und auch die Stellungnahmen, die unter anderem Landwirtschafts- und Forstwirtschaftsverbände sowie Naturschutzbehörden eingegeben haben, erfasst. Die üblichen Planungs- und Genehmigungsverfahren würden durch das Konzept nicht ersetzt, betonte Drawe.
In einer seiner kommenden Sitzungen wird sich dann der Kreistag Südliche Weinstraße als höchstes politisches Gremium des Landkreises mit dem Radverkehrskonzept beschäftigen.
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Unter https://radverkehrskonzept-suedliche-weinstrasse.de/ sind die vom Planungsbüro vorgeschlagenen Maßnahmen sowie die Bewertungen durch die Öffentlichkeit inklusive Kommentare weiterhin einsehbar.
