Isabelle Stähle dankte Landrat Dietmar Seefeldt, der die Wichtigkeit dieser Stelle sehe und sie in ihren Anliegen unterstütze und fördere. Ebenso danke sie Kolleginnen und Kollegen sowie Partnerinnen und Partnern, die sich mit Engagement, Fachwissen und Leidenschaft einsetzten. „Gemeinsam arbeiten wir daran, Barrieren abzubauen, Chancen zu eröffnen und eine Kultur der Gleichstellung fest in der Region zu verankern.“ In zahlreichen Netzwerken und Arbeitskreisen ist Stähle engagiert.
Gegen Diskriminierung
In einer Zeit, in der gesellschaftliche Fortschritte oft von Rückschritten begleitet würden und Diskussionen über Gleichstellung wieder lauter geführt werden müssten, sei es wichtiger denn je, feministische Perspektiven sichtbar zu machen, erläuterte die Gleichstellungsbeauftragte. „Weltweit erleben wir, wie erkämpfte Rechte infrage gestellt, Strukturen der Ungleichheit neu gestärkt und Stimmen marginalisierter Gruppen überhört werden.“ Antifeminismus sei kein abstraktes Phänomen, sondern wirke dort, wo Machtstrukturen festgefahren seien und traditionelle Rollenbilder in das Alltagsleben hineinwirkten. „Auch im ländlichen Raum zeigen sich subtile wie sichtbare Formen von Diskriminierung, die Frauen, nichtbinäre Personen und marginalisierte Gruppen betreffen – sei es im Arbeitsmarkt, in der Bildung, im Zugang zu gesundheitlicher Versorgung oder in der politischen Teilhabe.“ Als Gleichstellungsbeauftragte stehe sie gegen jede Art von Sexismus, Queer-Feindlichkeit und alle Formen der Diskriminierung ein und für stehe Demokratie, Menschenrechte, Respekt und Vielfalt.
Vielfältige Arbeitsbereiche
Themenschwerpunkt der Gleichstellungsbeauftragten Stähle, die für die rund 113.000 Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises Südliche Weinstraße Ansprechpartnerin ist, liegen in den Bereichen Politik und Partizipation, Gewaltschutz, Gesundheit (unter anderem mit den Frauengesundheitswochen), Kultur (zahlreiche Veranstaltungen und Angebote), Beruf (in Kooperation mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter) und Beratung. Im Berichtszeitraum hat Stähle 49 Frauen und vier Männer beraten und 124 Gespräche mit ihnen geführt. Häufigste Themen dabei waren Trennung und Scheidung sowie häusliche Gewalt, gefolgt von Wohnungssuche. Stähle berichtete im Kreistag auch von der Schutzwohnung im Landkreis SÜW, wo es Zeit und Raum für Frauen in Krisensituationen gebe. Die Wohnung sei kein Frauenhaus, keine Sofortmaßnahme und verfüge auch nicht über sozialpädagogische Begleitung, jedoch unterstützten sie als die Gleichstellungsbeauftragte und eine Ehrenamtliche die schutzsuchenden Frauen und deren Kinder. In den Jahren 2024 und 2025 wurde insgesamt neun Frauen und fünf Kinder in der Schutzwohnung geholfen. Sie blieben zwischen drei Tagen und sieben Monaten.
Die Zukunft der Gleichstellungsarbeit an der Südlichen Weinstraße sieht Stähle unter anderem darin, junge Menschen und insbesondere Männer für Gleichstellungsthemen zu sensibilisieren, Antifeminismus zu bekämpfen sowie Bedarfe zu Gleichstellung im ländlichen Raum zu erheben und entsprechende Angebote und Akteurinnen zu fördern.
Kontakt:
Isabelle Stähle, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Südliche Weinstraße
Telefon: 06341 940120
E-Mail: isabelle.staehle@suedliche-weinstrasse.de
www.suedliche-weinstrasse.de/gleichstellung
